Die Payment Konferenz auf der 21.Euro Finance Week

 

Nach der PSD2 ist vor der PSD3

Auch dieses Jahr haben wir die Payment Konferenz auf der 21. Euro Finance Week in Frankfurt maßgeblich gestaltet. Auf unserem Stand war großer Andrang. Die fast schon berühmte Kaffeemaschine musste zeigen, was sie kann. Man bezahlt mit Instant Payments, das über RT1 gecleart wird, und das in 2 Sekunden.
Eröffnet wurde die Payments Konferenz von Burkhard Balz, dem neuen Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, zuständig für den Zahlungsverkehr. Europa beschleunigt seine Prozesse im Zahlungsverkehr und Instant Payments. Offene APIs kommen. Daraus werden neue Services entstehen. So rückt das Konto und damit das Institut wieder in den Mittelpunkt. Es gab aber auch mahnende Worte, so dürfen wir die Sicherheit nicht außer Acht lassen. Nicht alle Menschen sind digital-affin und wir dürfen diese Menschen nicht aus den Augen verlieren.
In der Onlineabstimmung unter den Zuhörern gab es eine Überraschung. Auf die Frage, ob sich zukünftig Realtime- oder Batchverarbeitung durchsetzen würde, gab es ein klares Votum. 2/3 der Anwesenden stimmten dafür, dass Realtime- und Batchverarbeitung noch lange parallel betrieben werden. Trotzdem war die vorherrschende Meinung, dass Instant Payments das neue Normal wird.
Armin Gerhardt moderierte die abschließende Diskussionsrunde mit Norbert Hambloch (STRABAG PSF), Katja Heyder (EBA Clearing), Dr. Heike Winter (Deutsche Bundesbank) und Dr. Ernst Stahl (ibi research). Mit etwa 70.000 Transaktionen pro Tag entwickelt sich RT1 gut. Es liegt natürlich noch weit unter den täglich 17 Millionen SCT-Transaktionen von STEP2. Doch Instant Payments ist mehr als nur ein neues Format, es ist ein neuer Marktplatz. PSD2 ist eine Chance für die Finanzwirtschaft und dieser Marktplatz braucht PSD2 und Instant Payments zusammen. Derzeit wird jeder vierte Euro auf den digitalen Markplätzen umgesetzt. Doch beispielsweise hat Paypal kein 4-Augenprinzip, daher kommt es für viele Corporates nicht in Betracht. Wir brauchen also ein Ökosystem für Instant Payments und PSD2. Bemerkenswert war die Antwort auf die Frage an das Publikum, wer schon einmal mit Instant Payments bezahlt hat. Es meldete sich genau eine Person. Praktische Erfahrungen mit PSD2 hatte noch keiner.
Die Betragsgrenze bei Instant Payments wird bei RT1 und TIPS unterschiedlich gehandhabt. RT1 hat Anfang November eine Closed User Group ohne Betragsgrenze eingeführt. Absender und Empfänger müssen Mitglied dieser Closed User Group sein, damit die Betragsgrenze entfällt. Bei TIPS wird der Betrag der Instant Payments nicht kontrolliert, doch die Empfängerbank kann die Zahlung ablehnen. Die Deutsche Bundesbank wird zudem einen Proxyservice zur Verfügung stellen, bei dem eine Telefonnummer einer IBAN zugeordnet werden kann. Damit sollen Zahlungen über eine Telefonnummer ermöglich und somit vereinfacht werden.
Doch was kommt nach Instant Payments? Die überwiegende Meinung sieht einen Request-to-Pay am Horizont. Für Onlinehändler könnte der Request-to-Pay den Bezahlvorgang vereinfachen. Die Diskussion um den Request-to-Pay hat damit begonnen. Doch eines ist klar: Nach der PSD2 ist vor der PSD3. Und daher freuen wir uns schon auf die spannenden Diskussionen auf der nächsten Euro Finanz Week in Frankfurt.

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